Taufe Jesu 2019, 13. Jänner, 8 h Kirchberg, 10 h Altenheim Kremsmünster
Die frühe Kirche kannte eine lange Vorbereitung auf die Taufe: bis zu drei Jahre dauerte die intensive Probezeit, bevor man in der Osternacht den Aufnahmeritus vollzog. Christ zu werden war damals gefährlich und oft mit Verfolgung verbunden (darum wird auch heute vor der Taufe von Muslimen eine 1-jährige Vorbereitungszeit verlangt); erst als Kaiser Konstantin ab 313 den Christen die Freiheit schenkte und die Getauften sogar das römische Bürgerrecht erhielten, wurde aus der einst verfolgten Kirche eine privilegierte Religion, was allerdings der Qualität des Christentums eher schadete.
Das Wort TAUFEN kommt von TAUCHEN. Dem Getauften wurde ursprünglich durch das Untertauchen im Fluss spürbar mitgeteilt: du darfst und sollst sein wie ein Fisch: jeder gesunde Fisch schwimmt stromaufwärts! Nur geschwächte oder kranke Fische lassen sich treiben!
Das Neue Testament erklärt an vielen Stellen, wie Untertauchen und Auftauchen bei der Taufe zu verstehen sind: der alte, sündige, egoistische Mensch geht unter, ein neuer Mensch, der ähnlich wie Jesus leben will, steigt aus den Fluten. – Freilich gilt auch das berühmte Wort von Martin Luther, der einmal gesagt hat: „Den alten Menschen müsste man ersäufen, aber dieses Luder kann schwimmen“.
Das wichtigste Zeichen für die Taufe ist und bleibt das Wasser. Es hat eine vielfache Wirkung:
Im Schwimmbad trägt uns das Wasser. So darf jeder Getaufte wissen und spüren: Gott, der himmlische Vater, trägt dich durchs Leben!
Wasser stillt unseren Durst. Jesus ist gekommen, um Nahrung zu sein. Er sagt: Wer zu mir kommt, wird nicht mehr hungern, wer an mich glaubt wird nicht mehr dürsten! Allen Getauften ist zugesagt, dass sie – vielleicht nicht ein ganz einfaches, aber gewiss ein erfülltes Leben haben werden. 
Schließlich dient das Wasser zur Reinigung. Nicht nur bei der Taufhandlung selbst, sondern täglich dürfen wir gewiss sein, dass Christus uns nachhaltig von aller Sünde reinigt – so bekennen wir auch immer im Credo: ich glaube an die Vergebung der Sünden! Daher: Sonntag für Sonntag werden wir voll und ganz rehabilitiert als würdige Söhne und Töchter des Höchsten.
Schließlich: auch wenn wir nicht mehr an Flüssen taufen: die Wirkung soll dieselbe sein – Flusswasser formt die härtesten Steine, sodass sie rund werden. Das Taufwasser will uns ein ganzes Leben lang formen und abrunden von allen Ecken und Kanten.